Brandschutz

Prädestiniert für den Einsatz im baulichen Brandschutz sind Gipsbaustoffe und Gips-Systeme. Sie wirken von Natur aus Brand hemmend und übernehmen damit die wichtige Funktion, ein einmal entstandenes Feuer zeitlich unter Kontrolle zu halten, örtlich einzuschränken und durch Schutz der tragenden Konstruktion die Standsicherheit des Gebäudes zur Rettung von Menschen und Sachwerten zu wahren.

Wie sich Gips im Feuer verhält 

Die Funktionsfähigkeit resultiert aus der chemischen Beschaffenheit von Gips. Gipsbaustoffe sind anorganische nichtbrennbare Baustoffe. Sie gehören zu den klassischen Feuerschutzbaustoffen. Das Kalziumsulfat Gips hat in seinem Kristallgefüge zwei Moleküle Wasser eingelagert. Das entspricht ca. 3 l Wasser pro m² Gipsplatte mit 15 mm Dicke. Bei Beaufschlagung durch Feuer verdampft das Kristallwasser, d.h. der Gips wird entwässert ohne dass die Temperatur auf der Plattenrückseite über 110° C steigt. Energie wird verbraucht und außerdem wird durch den sich bildenden Dampfschleier zwischen Feuer und Gipsbaustoff der Brandfortschritt verzögert.

Neben der brandschutztechnischen Wirkung des Kristallwassers wirkt die entwässerte Gipsschicht als zusätzlicher Isolator, da sie gegenüber nicht entwässertem Gips einen niedrigeren Wärmeleitwert besitzt. Durch Erhöhung der Plattendicke oder Verdoppelung der Plattenanzahl lässt sich der Verdampfungsprozess verlängern und damit die Feuerwiderstandsdauer ausdehnen. Ebenso durch Einsatz der speziellen Feuerschutzplatten Fireboard (Knauf), die anstelle von Karton mit Glasvlies ummantelt sind.

Zurück